Sonntag, 14. Dezember 2014

Omas Weihnachtsstollen

Wer kennt ihn nicht, den Weihnachtsstollen. Der längliche, flache Kuchen, den es ab Ende Oktober in jedem Supermarkt gibt und auch in den Bäckereien stapelweise ausliegen. Meist nicht ganz billig und oft auch nicht wirklich saftig.


In meiner Familie war der Stollen nie eine Weihnachtstradition. Beliebt ist bei uns die Linzertorte, denn das viele Zitronat und Orangeat schmeckt keinem von uns wirklich gut. Zugegebenermaßen, ich habe nie einen selbstgebackenen Stollen gegessen, also kann ich eigentlich gar nicht mitreden.


Vor kurzem wurde ich jedoch gefragt, ob ich nicht mal etwas von Römertopf testen möchte. Warum eigentlich nicht. So gut wie jeder kennt die großen, schweren Tontöpfe, in denen normalerweise zu Festtagen der Braten gebacken wird. Auf der Firmenhomepage habe ich überraschenderweise noch andere Exemplare entdeckt wie Brotbackschalen. Da ich ja ein Liebhaber von frisch gebackenem Brot bin, war ich sofort begeistert. 


Doch wie wäre es, Stollen in dieser Schale zu backen? Laut Internet sollen diese nach dem Backen am besten in einem Tontopf aufbewahrt werden, warum also nicht gleich auch in einem zubereiten? 
Gesagt, getan, Omas Rezept organisiert und losgeknetet. Und das Ergebnis lässt sich schmecken. Nicht nur, dass die Form mal eine etwas andere ist, auch der Stollen ist wunderbar saftig geworden, schmeckt super lecker und ist am Boden sogar etwas knusprig. Vielleicht aber auch nur, weil ich mal wieder zu neugierig war und ihn nicht lang genug ziehen gelassen habe :)


Hier also Omas Rezept, ausreichend für eine Backform mit ca. 26cm ø

400g Rosinen
evtl. 5cl Rum oder ein paar Tropfen Rum-Aroma

1/8l Milch, lauwarm
2 Würfel Hefe, zimmertemperatur
125g Zucker
500g Mehl
1 Prise Salz
250g Butter, zimmerwarm + flüssige Butter zum Bestreichen
100g Zitronat, gewürfelt
60g Orangeat, gewürfelt
150g Mandeln, gestiftet oder gehackt
1/4 TL Kardamom, gemahlen
1 Prise Muskatnuss, gemahlen
Einige Tropfen Bittermandel- und Butter-Vanille-Aroma
Abrieb einer halben Zitrone
Puderzucker zum Bestäuben

Einige Stunden vorher oder über Nacht: die Rosinen zunächst mit kochendem Wasser übergießen und etwa15 Minuten ziehen lassen, abgießen und mit dem Rum bedecken. Wer keinen Alkohol nehmen möchte, einfach in das Wasser einige Tropfen Rum-Aroma geben und so für ein paar Stunden ziehen lassen. Die Rosinen sollten den Rum vor dem Mischen mit dem Teig vollständig aufgesogen haben, sonst wird der Teig zu feucht. Ansonsten die Rosinen in einen Sieb geben und abtropfen lassen.

Die Hefe in der lauwarmen Milch auflösen und mit einem EL des Zuckers verrühren. An einem warmen Ort (im Backofen bei 40°C) etwa 10-15 Minuten ruhen lassen.
Das Mehl mit dem Zucker und dem Salz in einer großen Schüssel vermischen. Die weiche Butter in Flöckchen darüber geben und alles zusammen mit der Hefemilch etwa 5 Minuten verkneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist.
Anschließend die abgetropften Rosinen, das Zitronat, Orangeat, die Mandeln und die Gewürze mit der Zitronenschale unterkneten. Die Schüssel mit einem Handtuch abdecken und mindestens eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Der Teig wird nicht groß aufgehen, da er durch das Fett relativ schwer ist. 
Währenddessen die Backform gut einfetten. Beim Römertopf reicht wenig, da die Schale innen lasiert ist. Den gegangen Teig in die Form setzen und die Tonschale zu etwa 2/3 für 15-20 Minuten in warmes Wasser stellen. Das gespeicherte Wasser hilft später dem Hefeteig beim Backen etwas besser aufzugehen.
Anschließend in den kalten Ofen stellen (vorletzte Schiene von unten) und 220°C Ober-/Unterhitze schalten. Nach ca. 30 Minuten Backzeit auf 200°C verringern und 30-40 Minuten weiter backen. Vor dem Herausnehmen die Stäbchenprobe machen, ob er komplett gar ist. Wenn nicht, noch einige Minuten im Ofen lassen. 

Nach dem Backen, mit der flüssigen Butter einstreichen, dick mit Puderzucker bestäuben und in der Form abkühlen lassen. Ist der Stollen vollständig abgekühlt mit einer Alufolie gut abdecken und mindestens ein paar Tage, am besten eine Woche ziehen lassen. Dann können sich die Aromen besser verteilen. 


Ich muss sagen, den Stollen in einem Römertopf zu backen, war ziemlich einfach. Oft habe ich gehört, dass der Teig manchmal zu weich ist, dadurch die Fladen im Ofen auseinander laufen und der Stollen anschließend etwas trocken ist. Meiner wurde jedoch durch die Form schön zusammen gehalten und ist ausgesprochen saftig. Da schmeckt sogar mir das Zitro- und Orangeat ;)
Vielen Dank nochmal an Römertopf, dass ich nun auch ein Exemplar dieser Klassiker besitze! Brot wird darin natürlich auch noch gebacken werden.


* Kooperation/Werbung


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